Vortrag des Münzsachverständigen gut besucht

erstellt am 04. Juli 2019

Es war ein tropisch warmer Sommerabend am 04. Juli 2019 als die knapp 40 interessierten Zuhörer gespannt dem Vortrag des vereidigten Münzsachverständigen aus München folgten. Zum Thema „Echt oder falsch?“ konnte man sich hier Tipps und Tricks zum Erkennen von Fälschungen im numismatischen Bereich aus erster Hand verschaffen! Diese Gelegenheit nutzten auch zahlreiche Gäste, welche vom ersten Vorstand Andreas Meyer pünktlich um 19:00 Uhr im Johanneszentrum Neumarkt begrüßt wurden. Die Idee für diesen Vortrag entstand schon im Jahr 2015 als Dr. Ruß zusammen mit seinen Kollegen des renommierten Auktionshauses Künker in Zusammenarbeit mit dem Münzverein Neumarkt i.d.OPf. die „Expertentage“ ausgerichtet wurden. Hier war sehr schnell aufgefallen, wie viele Fälschungen tatsächlich im Umlauf sind oder bei den Sammlern in den Tresoren schlummern und wie leicht man diese mit dem nötigen Wissen schnell und einfach entlarven kann.

Der Referent stieg gewohnt lässig in die für Ihn alltägliche Materie ein und definierte zu Beginn den Begriff „Fälschung“ im numismatischen Kontext. So wird zwischen „Falschmünzerei“ und „Münzfälschung“ unterschieden, was einen sofort zur Geschichte der Fälschungen bringt. Die Fälschung ist so alt wie die Münzprägung selbst. Hier sind Persönlichkeiten wie Giovanni Cavino, welcher sich auf die Nachempfindung von Paduanern „spezialisiert“ hat oder Dr. K. Schmidt, welcher in den 1960er Jahren aktiv war, zu nennen. Anschließend wurden verschiedene Methoden der Fälschung vorgestellt (Guss, Galvanos, Manipulationen und Stempelnachschnitte). Letztere können anhand so genannter „Transfer dies“ erkannt werden, was aber nur möglich ist, wenn zwei gleiche Nachahmungen vorliegen und einzelne „mitkopierte“ Fehler auf beiden Stücken nachgewiesen werden können. Hier lebte der Vortrag auch durch seine starke Bebilderung nochmals auf.

Natürlich hatte Dr. Ruß auch eine Vielzahl an Fälschungen zur Ansicht dabei. Hier konnte man dann selbst das zuvor erlernte Wissen anwenden und versuchen, die einzelnen Fälschungsmerkmale zu erkennen. Hierfür wurden von Seiten des Vereins, aber selbstverständlich auch von Expertenseite, zahlreiche Gerätschaften aufgefahren, um den Fälschungen auf die Schliche zu kommen. So konnte eine Materialbestimmung anhand einer Leitwertprüfung durchgeführt werden oder durch Wiegen auf einer Feinwaage eine Gewichtsabweichung nachgewiesen werden. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Methoden um Fälschungen „auffliegen zu lassen“. Hier berichtete Dr. Ruß auch von seiner Tätigkeit als Sachverständiger, wenn es darum geht ein Gutachten für „vermeintliche Schnäppchen“ von Interneteikäufen zu erstellen.

So waren schnell über zwei lehrreiche Stunden vergangen und die Mitglieder des Vereins, sowie die Gäste des Abends, konnten nun eigene Stücke aus ihrer Sammlung vorlegen, um diese vom Münzsachverständigen auf Echtheit prüfen zu lassen. So konnte man noch das ein oder andere numismatische Highlight betrachten, bevor man den Abend gemütlich ausklingen lies und die Teilnehmer des Workshops in die Neumarkter Nacht verabschiedete.

Der Münzverein Neumarkt dankt allen Teilnehmer für das große Interesse und dem Referenten Dr. Hubert Ruß für diesen extrem lehrreichen und anschaulichen numismatischen Abend!

2. Vorsitzender Florian Klenovsky

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